Im Saal staut sich die Hitze, doch die Eltern drängen zu den Aufführungen der Kinder im Kinder- und Krippenhaus Montessori. Die Kleinen ernten großen Applaus. Doch der wahre Star bei diesem Sommerfest ist der Garten, der endlich wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht. Nach Giftfunden im Frühjahr 2016 war er teilweise gesperrt worden.

Fast zwei Jahre lang mussten die Erzieher für 92 Kinder aus Krippe und Kindergarten Alternativen finden, wenn sie ins Freie wollten. "Wir waren in ganz Wollmatingen auf den Spielplätzen unterwegs", sagt Leiterin Renate Hipp. Sie zeigt sich erleichtert, dass die Zeit der Provisorien vorbei ist. Mit dem Sommerfest holt das Haus auch die Feier für die Eröffnung der neu gebauten Krippe nach. Diese war nach den Giftfunden im Frühjahr 2016 ins Wasser gefallen.

Belastete Boden wurde ausgetauscht

"Mit Kraft und Ideenreichtum haben die Erzieher das überbrückt. Das war eine riesige logistische Leistung", sagt rückblickend Holger Mankel, Vorsitzender des Montessori-Vereins. Er ist froh, dass der belastete Boden ausgetauscht und auf der Fläche zwischen dem Kinderhaus und dem Haus für die Kinderkrippe ein Spieleparadies entstanden ist. Zu den Altlasten, die im Erdreich des Gartens gefunden worden waren, gehörten Blei und polychlorierte Stoffe. Die Kinder, so sagten Experten, seien zu keiner Zeit in Gefahr gewesen.

Mit der neuen Krippe hat sich die Zahl der Kinder von 72 auf 92 erhöht und die Zahl der Mitarbeiter von 16 auf 23. Die Kleinkindbetreuung ist personalintensiv und viele arbeiten nicht Vollzeit. Um den Garten von den Altlasten zu befreien, mussten nach Angaben des Montessori-Vereins rund 300 000 Euro aufgewendet werden, welche die Stadt Konstanz trägt. Ihr gehört ein Teil der Flächen.

Auch für den Aufbau der neuen Spielgeräte, die rund 70 000 Euro kosteten, bekam der Verein Fördergeld von der Stadt. Zudem sammelte er Spenden. Der Verein müsse noch etwas mehr als 10 000 Euro aufbringen, sagt Mankel. Spenden seien also weiter hochwillkommen.